Gemeinsam für mehr Teilhabe und Vielfalt im Frauenlaufsport
Was passiert, wenn Menschen aus acht Nationen zusammenkommen, um gemeinsam zu laufen, voneinander zu lernen und darüber zu sprechen, wie unser Netzwerk für noch mehr Menschen zugänglich werden kann?
Beim internationalen Global 261 Coach Summit in Wien wurde genau das erlebbar.
Rund 100 Coaches aus acht Ländern kamen zusammen, um sich auszutauschen, neue Perspektiven kennenzulernen und gemeinsam daran zu arbeiten, wie Laufgruppen vielfältiger, offener und inklusiver gestaltet werden können.
Möglich wurde dieser besondere Austausch im Rahmen unseres Erasmus + Sportprojekts „Crossing Borders (CoBo)“, das durch die Europäische Union finanziell gefördert wird.
Für uns ist diese Förderung ein wichtiger Baustein: Sie ermöglicht internationale Begegnungen, fachlichen Austausch und gemeinsames Lernen über Ländergrenzen hinweg – und schafft damit Raum für Veränderungen, die wir allein vielleicht nicht anstoßen könnten.
Grenzen überwinden – im Kopf und bei unseren Frauenlauftreffs
Laufen verbindet Menschen. Aber der Zugang zu einer Laufgruppe ist nicht für alle Menschen selbstverständlich.
Unterschiedliche Sprachen, kulturelle Erfahrungen, persönliche Lebenssituationen oder fehlende Kontakte können Barrieren schaffen. Gerade Menschen, die neu in einem Land oder einer Gemeinschaft sind, brauchen manchmal einen zusätzlichen Impuls, um den ersten Schritt in eine bestehende Gruppe zu wagen.
„Crossing Borders“ setzt genau dort an.
Wir wollen gemeinsam verstehen, welche Barrieren es gibt, wie wir ihnen begegnen können und was es braucht, damit Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Sprache oder ihrer persönlichen Geschichte Teil einer Laufgemeinschaft werden können.
Dabei geht es nicht darum, dass sich Frauen an eine bestehende Gruppe „anpassen“ müssen.
Es geht vielmehr darum, Laufgruppen so zu gestalten, dass unterschiedliche Frauen darin ihren Platz finden können.
Zuhören, voneinander lernen und Perspektiven teilen
Ein zentraler Bestandteil des Coach Summits waren Workshops und intensive Gespräche rund um Integration, Inklusion und interkulturelle Kommunikation bei unseren Lauftreffs.
Coaches aus verschiedenen Ländern brachten ihre Erfahrungen, Fragen und Ideen ein.
Dabei wurde schnell deutlich: Es gibt nicht den einen richtigen Weg.
Jede Laufgruppe, jedes Land und jede persönliche Lebensgeschichte ist anders. Deshalb braucht es Offenheit, Neugier und die Bereitschaft, voneinander zu lernen.
Besonders wertvoll war dabei der Perspektivwechsel: Nicht nur darüber zu sprechen, was Menschen möglicherweise brauchen, sondern ihnen zuzuhören, ihre Erfahrungen ernst zu nehmen und gemeinsam erste Lösungen zu entwickeln.
Ein ganz besonderer Moment des Wochenendes war unser gemeinsamer Lauftreff durch Wien.
Der Lauf wurde von Frauen mit syrischen und afghanischen Wurzeln gestaltet und geleitet. Gemeinsam mit Teilnehmerinnen aus unterschiedlichen Ländern ging es durch einen Park am Wiener Prater.
Menschen mit unterschiedlichen Sprachen, Geschichten und Lebenswegen liefen Seite an Seite.
Und plötzlich wurde sichtbar, was den Laufsport so besonders macht:
Wir müssen nicht alle gleich sein, um gemeinsam unterwegs zu sein.
Wir müssen nicht dieselbe Sprache sprechen, dieselben Erfahrungen gemacht haben oder aus demselben Land kommen.
Wir können einfach gemeinsam loslaufen.
Und vielleicht ist genau das einer der schönsten Wege, einander kennenzulernen.
Was wir mit „Crossing Borders“ erreichen möchten
Mit unserem Erasmus+ Sportprojekt möchten wir langfristig dazu beitragen, dass mehr Frauen Zugang zum Laufsport finden und sich dort in einer wertfreien Gemeinschaft zugehörig fühlen können.
Dabei stehen mehrere Ziele im Mittelpunkt:
- Vielfalt und Teilhabe stärken
- den interkulturellen Austausch fördern
- Zugangsbarrieren zu bestehenden Laufgruppen erkennen und abbauen
- Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen den Zugang zum Laufsport erleichtern
- Frauen in ihrer Rolle als Läuferinnen, Coaches und Führungspersönlichkeiten stärken
- inklusive und wertschätzende Laufgemeinschaften entwickeln
- internationale Partnerschaften zwischen den 261 Clubs aufbauen
- Erfahrungen und Wissen nachhaltig über Ländergrenzen hinweg teilen
Dabei verstehen wir Integration nicht als Einbahnstraße.
Wir alle können voneinander lernen.
Jede Frau bringt ihre eigenen Erfahrungen, Fähigkeiten und Perspektiven mit. Genau diese Vielfalt macht eine Gemeinschaft stärker.
Warum Erasmus+ für uns so wertvoll ist
Internationale Zusammenarbeit kostet Zeit, Organisation und finanzielle Ressourcen. Nicht jeder Verein könnte eine solche Begegnung allein ermöglichen.
Die finanzielle Förderung durch Erasmus+ schafft hier Möglichkeiten, die weit über ein einzelnes Wochenende hinausgehen.
Sie ermöglicht es uns Coaches aus Deutschland mit unterschiedlichen Ländern, zusammenzukommen, sich persönlich kennenzulernen, voneinander zu lernen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.
So entstehen nicht nur Workshops und neue Ideen, sondern Beziehungen, Partnerschaften und ein gemeinsames Verständnis davon, wie wir unsere Lauftreffs inklusiver gestalten können.
Und genau darin liegt für uns der besondere Wert in der Zusammenarbeit:
Grenzen werden nicht nur auf Landkarten überwunden, sondern auch in unseren Köpfen.
8 Nationen. 100 Coaches. Eine gemeinsame Leidenschaft.
Der Coach Summit in Wien hat uns gezeigt, wie viel entstehen kann, wenn Menschen ihre Erfahrungen miteinander teilen und gemeinsam in Bewegung kommen.
Wir nehmen neue Ideen mit nach Hause.
Wir nehmen Begegnungen mit.
Wir nehmen Inspiration mit.
Und vor allem nehmen wir die Überzeugung mit, dass Veränderung dort beginnt, wo Menschen bereit sind, aufeinander zuzugehen.
Bei unseren 261 Club Lauftreffs laufen wir nicht nur miteinander.
Wir schaffen Räume, in denen Menschen sich begegnen, Gemeinschaft erleben und über sich hinauswachsen können.
Das ist für uns „Crossing Borders“.
Grenzen überwinden. Gemeinsam lernen. Gemeinsam laufen. Gemeinsam wachsen.
Und vielleicht ist das die schönste Botschaft, die wir aus Wien mitnehmen:
Wo Menschen gemeinsam laufen, kann aus Fremdheit Begegnung werden – und aus Begegnung Gemeinschaft.
Über das Projekt
„Crossing Borders (CoBo)“ ist ein europäisches Erasmus+ Sportprojekt vom 261 Club Deutschland e.V.. Im Mittelpunkt stehen die Förderung von Vielfalt, Inklusion und Teilhabe im Frauenlaufsport sowie der internationale Austausch und die Weiterbildung von Coaches.
Durch die finanzielle Unterstützung der Europäischen Union können internationale Begegnungen, Workshops und gemeinsame Lernprozesse ermöglicht und nachhaltige Partnerschaften zwischen den beteiligten 261 Clubs aufgebaut werden.
Unser Ziel ist es, die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Projekt langfristig in die Clubarbeit einfließen zu lassen und gemeinsam daran zu arbeiten, dass unsere Lauftreffs ein Ort sein, an dem möglichst viele Frauen willkommen sind und ihren eigenen Platz finden können.
Das Projekt ist von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder JUGEND für Europa – Nationale Agentur wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können dafür verantwortlich gemacht werden


































